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Historie

Sonnenstrom am FWG

Am 27.11.2000 gab die Gesamtkonferenz des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in einem fast einmütigen Beschluss grünes Licht für die Planung einer Fotovoltaikanlage auf dem Schuldach. Es gründete sich eine Solar-AG aus interessierten und fachkundigen Eltern und Kollegen, die für die Planung und Finanzierung ein Konzept erstellte und realisierte. Wichtigstes Motiv dieser AG war es, die Schüler mit der Nutzung der Solarenergie vertraut zu machen.

Die Fotovoltaikanlage unserer Schule

Im Gegensatz zu einem Sonnenkollektor, der Wasser durch Sonnenenergie erwärmt, erzeugt eine Fotovoltaik-Anlage aus Sonnenlicht Strom. Während die thermische Nutzung der Sonnenenergie die Schwelle zur Wirtschaftlichkeit überschritten hat und - wenn überhaupt - nur in bescheidenem Maße finanziell gefördert wird, muss die Stromerzeugung aus Sonnenlicht noch durch garantierte Einspeiseerlöse gestützt werden. Am FWG sind 48 Module des Typs Shell Solar RSM 105 im Einsatz, für die ein energiesparendes Herstellungsverfahren Anwendung findet, so dass nahezu das Zehnfache der bei der Produktion eingesetzten Energie als Strom erzeugt wird.

 Finanzierung und Wirtschaftlichkeit

Da die Stadt Trier Eigentümer des Schulgebäudes ist und als Schulträger Anspruch auf einen Landeszuschuss hatte, wurde sie Eigentümer der Anlage. Die Solar-AG wollte Verzögerungen aus finanztechnischen Gründen ausschließen und vereinbarte daher mit der Stadt, dass Eltern und Kollegen sich mit einem Darlehen in Höhe von 20.500 Euro (ca. 50% der Gesamtkosten) an der Finanzierung der Anlage beteiligen. Weitere 25% kamen als Zuschuss vom Land Rheinland-Pfalz, einen weiteren Zuschuss steuerte das Umweltamt der Stadt Trier bei, so dass der Haushalt der Stadt nur geringfügig beansprucht werden musste.                                          Die Privatdarlehen waren in kurzer Zeit beisammen. Sie werden mit 5% verzinst und binnen 10 Jahren von der Stadt in einer jährlichen Rate zurückgezahlt. Aus der Solar-AG gründete sich die Sonnenstrom GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts), welche die Rückzahlungen ehrenamtlich verwaltet. Aufgrund der gesetzlich festgelegten Vergütung für Solarstrom in Höhe von 49 Eurocent pro kWh hat die Stadt jährliche Einnahmen von etwa 2000 Euro.

Warum wir uns für Sonnenstrom  engagieren

Unsere Welt ist in rascher Veränderung begriffen. Veraltete oder umweltbelastende Techniken werden durch neue ersetzt. Deutschland, ein Industriestaat ohne nennenswerte Ressourcen, muss in wegweisenden Technologien mitreden können, wenn es seine Stellung unter den führenden Industrienationen wahren will. Angesichts der sich verknappenden fossilen Ressourcen gilt es, für das Wohlergehen zukünftiger Generationen vorzusorgen. Wenn Öl und Gas Mitte des gerade begonnenen Jahrhunderts zur Neige gehen, ist es zu spät, nach neuen Techniken zu suchen bzw. ihre Anwendung zu erproben. Das Auto wurde erst nach 100 Jahren Fortentwicklung zu einem Konsumgut mit einigermaßen umweltverträglichen Verbrauchs- und Abgaswerten. Daher kommt es darauf an, bereits jetzt Alternativen zur bisherigen Energieversorgung zu erdenken, zu erproben und zu optimieren. Die Fotovoltaik gilt als eine dieser vielversprechenden Alternativen.

Auch die Umweltbelastungen, die von der gegenwärtigen Energieversorgung ausgehen, zwingen uns zum Handeln. Zwar konnte der Schadstoffausstoß unserer kohle- öl- und gasbetriebenen Kraftwerke seit den Schreckensmeldungen vom Waldsterben zu Beginn der 80er Jahre um 70 bis 90 % gesenkt werden. Ob diese Bemühungen ausreichen, erscheint jedoch mehr als fraglich. Denn erstens gibt es - was den Gesundheitszustand unserer Wälder und unserer Böden angeht - noch keineswegs Entwarnung. Und zweitens kann der für den Treibhauseffekt hauptverantwortliche atmosphärische Spurenstoff - das Kohlendioxid - mit keiner praktikablen Methode aus den Abgasen entfernt werden. Der Anstieg des Kohlendioxidgehalts der Luft führt zur Erderwärmung und zur Klimaveränderung und in Folge dessen zum Anstieg des Meeresspiegels, zu Unwettern und zu Überschwemmungen. Der weitweit größte Versicherer solcher Katastrophen, die Münchener Rückversicherung, registriert eine beängstigende Zunahme der Schadensereignisse und ihrer Ausmaße. „Der Zusammenhang zwischen Umweltverschmutzung, Kohlendioxidausstoß, und der Häufigkeit und Schwere wetterbedingter Katastrophen ist inzwischen zweifelsfrei   erwiesen",  so der  Dipl.   Meteorologe  und  „Chefforscher"   der Münchener Rückversicherung, Dr. Gerhard Berz (Öko-Mitteilungen Ausgabe Dez. 2000, S. 16).

Die ärmsten Völker der Erde werden ihr Hab und Gut weder versichern können noch zur Vorsorge Deiche bauen können, obgleich sie die sich anbahnenden Katastrophen wegen ihres äußerst bescheidenen Energieverbrauchs am wenigsten zu verantworten haben. Diese Situation verpflichtet uns und alle verantwortlichen Industrieländer zum sofortigen Handeln! 

Kernkraft - eine Alternative?

Mitunter hört man die Meinung, dass es wegen der Kohlendioxidproblematik falsch sei, aus der Nutzung der Kernenergie auszusteigen, die ja nur indirekt Kohlendioxid freisetzt. Das bayrische Wirtschaftsministerium schätzt die weltweiten Uranreserven auf lediglich 37 Jahre. Da die Kernkraft nur einen Anteil von ca. 5%am Endenergieverbrauch hat, kann sie das Ende der Nutzung fossiler Energie nur um ganz wenige Jahre hinauszögern, (Quelle: Energie Depesche Juni '99 und Juni "01). Als man vor vierzig Jahren die Nutzung der Kernkraft vorbereitete, kalkulierte man den Einsatz des in Kernkraftwerken entstehenden hochgiftigen Plutoniums in schnellen Brütern mit ein. Dadurch hätte sich die Energieausbeute vervielfacht. Das Aus der Brütertechnik wurde aber bereits vor etwa einem Jahrzehnt besiegelt, weil es in keinem Land der Erde gelang, sie unter vertretbaren Bedingungen nutzbar zu machen.

Résumé

Unser Projekt zeigt, dass die Nutzung der Fotovoltaik technisch machbar und unter den gegebenen Bedingungen auch wirtschaftlich interessant ist. Hoffen wir, dass der technische Fortschritt diese Form der Stromerzeugung in den nächsten Jahren so günstig werden lässt, dass sie, ökologische Belange eingerechnet, eine echte Alternative zum Strom aus fossilen Rohstoffen wird.

Die Solar-AG dankt dem Kollegium für den fast einstimmigen Beschluss, der dem Projekt deutlichen Auftrieb gab, der Stadt für die Bereitschaft zur Kooperation und allen, die uns durch Rat und Tat sowie durch Darlehen und Spenden unterstützt haben.

Herbert Kluth

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